Willkommen Foren LZ 127 „Graf Zeppelin“ LZ 127 – Allgemeines Mischfrankaturen der Zeppelinpost

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    • alfred
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      Hallo zusammen,

       

      Anlass zum Start eines neuen Threads war ein Beitrag bei den „Danzig-Zuleitungen zur SAF 1930“, wo ich meine Rundfahrtkarte mit einer Mischfrankatur Polen-Danzig vorgestellt habe.

      Der Kommentar von @eckenerecki erinnerte mich an eine Treffen der „Zeppelin Study Group“ während der Briefmarkenmesse in Sindelfingen vor fast genau 10 Jahren: Dieter Leder hatte die Mitglieder zu einem Vortrag mit anschließender Diskussion zum Thema „Mischfrankaturen, Mehrfachauflieferungen“ eingeladen, an dem auch einige Gäste wie die Herren Hagedorn und Fuchs sowie – wenn ich mich recht erinnere – auch Herr Hofrichter teilnahmen.

      Im heute – leider – nicht mehr aktiven Forum „eZEPtalk“ habe ich kurz nach der Tagung einen Thread zu diesem Thema begonnen, von dem ich mir den Text meines ersten Beitrags abgespeichert habe. (und leider nicht die folgenden Beiträge …):

      Hier ist der Text:

      Mischfrankaturen

      Vermutlich haben alle Zuhörer bei Dieter Leders interessantem Vortrag zum Thema „Mischfrankaturen bei Zeppelinpost“ sich seine Ausführungen anschließend durch den Kopf gehen lassen.

      Wichtig war zunächst die Begriffsklärung: anders in anderen Bereichen der Philatelie, wo damit völlig unterschiedliche Sachverhalte gemeint sind, beinhaltet der Begriff die Beförderung eines Poststücks durch mehrere Postdienstleister sowie die Verwendung deren unterschiedlicher Briefmarken als Entgelt für die Beförderung.

      Klar herausgearbeitet wurde auch, dass die im Siegerkatalog vorgenommene Abgrenzung zwischen „echten“ Mischfrankaturen einerseits und mehrfach aufgelieferten Poststücken andererseits (Sieger, 22. Auflage, Seite 318) nicht wirklich zielführend ist, zumal im Katalog selbst z.B. die Mischfrankaturen der Südamerikafahrt 1930 sowohl unter der Zuleitungspost bei  Italien,Vatikanstaat usw. zu finden ist als auch unter der „Mitläuferpost“ als Nr. 64 XI-XIV  – „um Ergänzung wird gebeten“ …

      Dieter Leder hob hervor, dass die Philatelisten aus Nicht-Vertragsstaaten in den Jahren 1929-1932 keine andere Möglichkeit hatten, Belege ihrer Länder per Zeppelin befördern zu lassen, als sie mehrfach aufzuliefern (bzw. aufliefern zu lassen). Respektiert man diesen in aller Regel philatelistisch motivierten Wunsch als legitim – auch wenn in den meisten Fällen ein praktischer Nutzen wie eine Verkürzung der Laufzeit nicht erreicht wurde -, dann sollten solche Belege auch einen Platz in der Sammlung haben.

      Eine Faustformel zur Beurteilung der unterschiedlichen Arten von Mischfrankaturen habe ich mir gemerkt: Immer dann, wenn die Beförderung mit einem anderen Post-Dienstleister vor der Luftschiffbeförderung stattfand, handelt es sich regelmäßig um eine Doppelauflieferung. Einfach deshalb, weil die Auflieferung an das Postamt in Friedrichshafen unter geschlossenem Umschlag zu erfolgen hatte. Darunter fallen auch die gesuchten Katapultpost-Zeppelinpost-Kombinationen, bei denen der Katapultflug zuerst erfolgte.

      Anders sieht es aus bei nachträglicher Weiterbeförderung nach Ende der Luftschiffbeförderung wie z.B. mit Condor-, Varig-, Nyrba- oder Scadta-Luftpost.

      Leders Resumée bestand darin, dass er in seiner Funktion als AIJP-Prüfer bei der Beschreibung solcher Belege in seinen Attesten die ggf. stattgefundene Mehrfach-Auflieferung jeweils explizit erwähnt, ohne sie aber in irgend einer Form negativ zu werten.

      Eigentlich bleibt alles, wie es in der Philatelie schon immer war – jeder sammelt das, was er für richtig und sammelwürdig hält. Mein persönlicher Zusatz: die postgeschichtlichen „Puristen“, die ausschließlich Bedarfspost für sammelwürdig halten, deren schnelle Zustellung an ihre Zieladresse den Zeppelintransport erforderlich machte, denen empfehle ich, ihre Sammlung nicht schon mit den vor 1932 durchgeführten Fahrten zu beginnen – sie werden Probleme bekommen …

      Trotz dieses „chacun à son goût“-Ergebnisses möchte ich hier einen Thread beginnen, in dem wir Beispiele der unterschiedlichen Formen der Mischfrankaturen zeigen und diskutieren. Natürlich kann ich mit meinen wenigen einschlägigen Belegen dieses Thema nicht annähernd abdecken – ich brauche euere Hilfe.

      Den klarsten Fall einer Mehrfach-Auflieferung zeige ich zuerst: dieser vom Fahringenieur Karl Beuerle aufgelieferte bei Sieger als „Rundfahrtbrief“ bezeichnete Brief hat streng genommen den Postweg mehrfach verlassen oder genau genommen überhaupt zu keinem Zeitpunkt betreten. Wie alle seine unter der Nummer 64.R) teuer bewerteten Geschwister blieb er von Anfang bis Ende der Reise im Gewahrsam ihrer „Absender“.

      Die hohe Bewertung dieser sehr beliebten und gesuchten Belege ist in Anbetracht der oben erwähnten Sieger-Definitionen für Mischfrankaturen alles andere als konsequent.

      Viele Grüße, Alfred

      Anliegend zeige ich den damals als Beispiel aufgeführten „Rundfahrtbrief“ – Im Michelkatalog unter der Nummer „62/68)“ zu finden.

      In den letzten 10 Jahren habe ich viele Zeppelinpostbelege gesehen – und auch für die Sammlung gefunden; von daher glaube ich, dass die Maxime „andere Beförderung vor dem Luftschifftransport  = Doppelauflieferung“ nicht immer richtig ist. Es gibt nach meiner Überzeugung durchaus auch Mischfrankaturen, wo der Postweg nicht verlassen wurde.

      Die damaligen folgenden Beiträge bei „eZEPtalk“ sind wohl unwiederbringlich verloren, daher möchte ich meinen Versuch von damals wiederholen: Bitte, gebt mir kurz Bescheid, ob das Thema auch heute noch interessant ist – und zeigt ggf. eure Mischfrankaturen!

      Viele Grüße, Alfred

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    • alfred
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      Hallo zusammen,

      Es gibt nach meiner Überzeugung durchaus auch Mischfrankaturen, wo der Postweg nicht verlassen wurde.

      Dafür möchte ich ein Beispiel zeigen: Der Absender, Herr Sulzberger aus Weil am Rhein, steckte seinen für die Luftschiffbeförderung nach Havanna korrekt frankierten Brief bei einem Besuch über die Grenze in Basel in einen Briefkasten, wobei er für den Transport nach Friedrichshafen 30 Rappen zusätzlich frankierte. Die Postbeamten in Basel wussten natürlich, wohin der Brief weiterzuleiten war.

      Nach meiner Überzeugung handelt hat dieser Brief den Postweg nicht verlassen.

      Meine Frage an die Katalog-Fachleute: wie ist dieser Beleg einzuordnen und als „Besonderheit“ zu bewerten (trotz defekter Frankatur?)?

      Viele Grüße, Alfred

       

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    • aviator
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      Hallo alfred,

      Na und ob das ein spannendes Thema ist!

      Meine Frage an die Katalog-Fachleute: wie ist dieser Beleg einzuordnen und als „Besonderheit“ zu bewerten (trotz defekter Frankatur?)?

      Ihren Beleg(e) habe ich auch seit der Zeit von „eZEPtalk“, bzw. schon eher registriert. Ich hänge einfach einmal einen Ausschnitt aus der entsprechenden Tabelle unten an. Ihre Namen darin habe ich in Alfred geändert. Da steht aber eigentlich natürlich Ihr richtiger Nachnahme darin.

      Grüße,

      aviator

       

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    • klaus
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      Hallo Alfred,

      …Bitte, gebt mir kurz Bescheid, ob das Thema auch heute noch interessant ist – und zeigt ggf. eure Mischfrankaturen! …

      ja ich finde das Thema sehr interessant! Natürlich kann man über  die Sinnhaftigkeit solcher „Konstellationen“ immer wieder hart diskutieren. Aber sofern diese auf „plausiblen“ Wege aufgeliefert worden sind, finde ich daran nichts Verwerfliches.

      Hier ein Stück meiner Sammlung mit klassischer Doppelauflieferung:

      Beförderung Friedrichshafen-Pernambuco mit deutscher Sondermarke zu 2 RM – Ankunft 26.5.30 in Recife – Anschließend mit brasilianischer Frankatur (inkl. Condor Zusatzfrankatur) versehen und auf den Rückweg, über Lakehurst (siehe Rhombenstempel), nach Friedrichshafen befördert. Enddestination Bremen am 8.6.30. Herr Reuter hatte scheinbar gute Kontakte in Recife, damit die Wiederauflieferung so zügig funktionierte.

      Gruß Klaus

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    • hankams
      Teilnehmer
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      Dear Zeppelinistas,
      (sorry again for having to do this in English, my German is too poor, it will make you smile rather than take my contribution seriously …).
      As both Alfred and Klaus already know, I am an absoute beginner in this fascinating domain, a collector of Spanish philately, and only really interested in the LZ127 SAF flight since it landed in Spain, therefore creating quite a few pieces with Spanish stamps.
      I think I have a few pieces that would qualify for this thread, and that I would like to show you if only for learning more about them. The first one is a poor cousin of the one shown by Klaus: a mix of the 4RM and a few Condor stamps. I guess they were put there, in Germany, for the last leg Rio to Bahia. Apparently, the sender was not aware of the possibility to have the letter being parachuted directly into Bahia on 24th May. It goes without the off-and-on-again extra Brazilian Zeppelin stamp that make Klaus’ card so interesting, helas.

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    • alfred
      Teilnehmer
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      Hallo zusammen,


      @aviator
      :

      Na und ob das ein spannendes Thema ist!

      Schön, dass ich mit dieser Meinung nicht alleine bin! Aufgrund des Anhangs, der ja offensichtlich nur ein Ausschnitt aus einer gewaltigen Tabelle mit über 10.000 Einträgen ist, habe ich einen starken „Verdacht“, wer sich hinter dem @aviator verbirgt.

      Sollte ich Recht haben, kennen wir uns schon seit langem, begegnen uns immer wieder einmal, sind „im wirklichen Leben“ immer noch per „Sie“. Als der Ältere von uns Beiden schlage ich vor, dass wir uns zumindest hier in der virtuellen Welt mit „Du“ ansprechen – es ist in allen mir bekannten Foren so üblich.

      Dass du dich hier im Forum um die Fälschungen kümmerst, finde ich absolut vorbildlich! Nicht viele trauen sich auf dieses dünne Eis. Es sieht ganz so aus, als wäre da schon aktuell Handlungsbedarf bei einer Anfrage …

      Zu deiner Tabelle mit den „alfred“ Kennzeichnungen habe ich eine Anmerkung: ich vermute, dass du unter den „Schweiz SCADTA Rio …“ gelisteten Belegen die zur Weiterbeförderung per Condor-Flugzeug mit Condor-Marken frankierten Poststücke meinst. Ich würde den Text in „Schweiz Condor Rio …“ ändern.


      @Klaus
      :

      Beförderung Friedrichshafen-Pernambuco mit deutscher Sondermarke zu 2 RM – Ankunft 26.5.30 in Recife – Anschließend mit brasilianischer Frankatur (inkl. Condor Zusatzfrankatur) versehen und auf den Rückweg, über Lakehurst (siehe Rhombenstempel), nach Friedrichshafen befördert. Enddestination Bremen am 8.6.30. Herr Reuter hatte scheinbar gute Kontakte in Recife, damit die Wiederauflieferung so zügig funktionierte.

      Wie oft habe ich das schon bei einem deiner Belege kommentiert: ein toller Beleg, nur in der falschen Sammlung ?? Nein, so neidisch bin ich gar nicht – man muss auch „Gönnen können“.

      Ungewöhnlich ist hier die reichlich geklebte Condor-Frankatur – die („falsche“) 5-Milreis-Marke hätte genügt. Dass der brasilianischen Staatspost 80 Reis fehlten, hat wohl niemanden interessiert. Interessant sind die Stempel: einen Ankunftstempel kann man rückseitig nur erahnen. Da die Karte direkt nach Pernambuco adressiert ist, wurde sie am 23.5. zugestellt. Daher hatte der Empfänger reichlich Zeit, sie mit veränderter Adresse und neu (über-) frankiert rechtzeitig vor der Rückkehr ‚Graf Zeppelins‘ aus Rio am 26.5. bei der Condor-Agentur aufzuliefern.

      So hat das auch bei meiner anliegenden Glückwunsch-Karte geklappt.

      Da ist außer dem Ankunftstempel aus Friedrichshafen vom 6.6. vorderseitig noch ein weiterer Stempel: Bremen – Nordwolle-Haus 8.6.30. Dieser Stempel entspricht auch der Adressierung der Karte.  Hier ist zu sehen, dass es sich um einen  gewaltigen Neubau handelt – offenbar mit eigenem Postamt -, der die Firma bald in den Ruin getrieben hat. Ich denke, es war nicht das teure Hobby von Herrn Reuter …

      (Übrigens: den sicher seltenen Stempel könntest du in einer der Stempel-Datenbanken bei StampsX oder den Philaseiten zeigen!)


      @hankams
      :

      I guess they were put there, in Germany, for the last leg Rio to Bahia. Apparently, the sender was not aware of the possibility to have the letter being parachuted directly into Bahia on 24th May.

      Richtig, Dik: mit den in Deutschland bei der Berliner Condor-Agentur erhältlichen Marken dieser Fluglinie konnte die Weiterleitung mit deren Flugbooten innerhalb Brasiliens und in die Nachbarstaaten zu den jeweiligen Zieladressen frankiert werden. Natürlich ist daher dein Brief als Mischfrankatur für diesen Thread qualifiziert. Den „Fehler“, dass der Absender nicht an den Abwurf über Bahia gedacht hat und so die Ankunft seines Briefs unnötig verzögert wurde, hast du richtig erkannt. Einen weiteren Fehler hat er allerdings aufgrund mangelhafter geografischer Kenntnisse gemacht: offenbar verortete er Bahia in einen anderen südamerikanischen Staat: die Luftpost-Beförderung innerhalb Brasiliens kostete „nur“ 2.000 Reis, die nach Uruguay, Argentinien, Bolivien, Chile und Paraguay (?) war mit 5.000 Reis zu frankieren.

      Über „Zwillinge“ haben wir schon gesprochen: in der Anlage siehst du einen Brief, mit dem man im Vergleich mit deinem belegen kann, dass die Entwertung der Condor-Marken in Friedrichshafen in einem eigenen Arbeitsgang relativ willkürlich mit beiden Stempeln – dem vom Friedrichshafener Postamt mit Datum 18.5.30 und dem vordatierten Bordpoststempel vom 19.5.30 – erfolgte.

      (Die Rückseiten unserer Briefe sind sicher weitgehend identisch).

      Viele Grüße, Alfred

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    • aviator
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      Hallo Alfred,

      Verbergen ist vielleicht nicht ganz treffend. Ich fand aviator passend, da mein Interesse bei Ballon Monte 1870 beginnt, über Zeppelinpost ab Anfang bis 1939 und Flugpost (Deutsche) ab Anfang bis DOX und Katapult gilt. Da das etwas aufwendig ist, eben nur die nicht ganz „normalen“ Standartbelege, oder „Masse“.

      Danke für das Angebot des DU. Nehme ich gerne an! Kann aus „Macht der Gewohnheit“ aber auch mal wieder beim Schreiben in Vergessenheit geraten. Bitte das im Vorab schon mal zu entschuldigen. Danke!

      Danke für den Tipp mit Condor. Habe ich geändert und müsste ich noch „zig Mal“ allein in dieser Tabelle „Zuleitungspost“ und einigen anderen Tabellen ändern. In den langen Winterabenden muss ich das wirklich mal alles in Angriff nehmen!

      Noch mal kurz zum vom mir abgebildeten Abschnitt der Tabelle mit u.a. Deinen Beleg Nr.2673 (auf Platz 10433). Da steht bei mir 2x aufgeliefert. Wird gerne und richtig im neuen Michel verwendet. Für Deinen Beleg hatte ich bis zum Erscheinen des neuen Michel nichts da stehen, da er in kein bekanntes Schema passte. Die Formulierung im Michel fand ich am nahe liegendsten, obwohl die auch nicht „100-pro“ ist!

      Viele meiner Belege sind da wie Du weist ähnlich und passen schlecht in ein „Katalog Schema“, da man in so einem (tollen!!) Werk wie im Michel nicht alles was da existiert aufnehmen kann. Geht einfach nicht!

      aviator

       

    • aviator
      Teilnehmer
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      Einen dieser Belege die schlecht in so ein Katalog Schema passen, möchte ich einmal mit zeigen. Passend zum Thema „Mischfrankaturen“. Wäre hier eigentlich auch nicht nötig gewesen, aber wie zu einem Brief kommen, wenn nur Karten erlaubt sind. Grob überschlagen ca. 28000 Schweizer Karten befördert, aber wer einen Brief haben wollte war „in den Hintern gekniffen“! Es sei, man kannte Jemanden in Friedrichshafen und konnte einen „Umweg“ machen. Bilde das wieder einfach mit der Losbeschreibung aus meiner Sammlung so ab.

      Eine Bitte hätte ich zu dem Beleg. Hat, oder kennt Jemand noch so einen „umgeleiteten“ Brief? Leider habe ich bisher nur diesen Brief registrieren können, aber da sollte es doch noch Andere geben. Wer hat noch so einen Beleg, oder eine Kopie?

      Danke!  aviator

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    • hankams
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      Hello friends,

      I fear that I cannot offer such an astounding, arguably unique and creatie piece as the DR/Schweiz one of aviator (I am intrigued, though, by his interest in Ballon Monte, but this is not the place to exchange thoughts and examples of these incredible pieces of airmail, I guess). Sticking to the subject, another example from my collection which will be topped by that exquisite Triesenberg to Florencia letter of Alfred’s is shown below. I have seen several of these Sonntag pieces in auctions, not only of the SAF but also later flights, between DR and Colombia, typically via Rio and Baranquilla. Still, it does fill in  part of my collection that seeks to find ‚just one example of  all possible combinations‘ (which is an impossible task anyway).

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    • klaus
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      Hallo Aviator, Hallo Zeppelinfreunde,

      Eine Bitte hätte ich zu dem Beleg. Hat, oder kennt Jemand noch so einen „umgeleiteten“ Brief? Leider habe ich bisher nur diesen Brief registrieren können, aber da sollte es doch noch Andere geben. Wer hat noch so einen Beleg, oder eine Kopie?

      Danke für den interessanten Beitrag! Eine interessante Möglichkeit doch einen Brief auf den Weg zu bringen. Leider kann ich natürlich nicht mit einem solchen Stück dienen. Aber einige Beispiele von früheren Schweizfahrten kann ich zeigen:

      Fahrt Friedrichshafen-Dübendorf, frankiert mit DR 1RM Marke und entwertet mit dem „Friedrichshafener“ Bordpoststempel. Zusätzlich vorgesehen für eine Luftpostbeförderung, daher frankiert mit der schweizer Luftpostmarke. Allerdings nicht angenommen, siehe Stempel „Kein Fluganschluss“.

      Schweizfahrt Friedrichshafen-Bern, hier ähnliche Konstellation. Hier wurde allerdings die Zusatzfrankatur akzeptiert und in Bern entwertet. Viel Sinn wird eine Luftpostbeförderung nicht gemacht haben, aber so ist zumindest eine schöne Mischfrankatur entstanden.

      Gruß Klaus

       

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    • klaus
      Teilnehmer
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      Hallo Alfred, Hallo Zeppelinfreunde,

      Da die Karte direkt nach Pernambuco adressiert ist, wurde sie am 23.5. zugestellt. Daher hatte der Empfänger reichlich Zeit, sie mit veränderter Adresse und neu (über-) frankiert rechtzeitig vor der Rückkehr ‚Graf Zeppelins‘ aus Rio am 26.5. bei der Condor-Agentur aufzuliefern.

      Vielen Dank für die Korrektur! Da war ich mit mit meiner Beschreibung ein wenig zu schnell!

      Da ist außer dem Ankunftstempel aus Friedrichshafen vom 6.6. vorderseitig noch ein weiterer Stempel: Bremen – Nordwolle-Haus 8.6.30. Dieser Stempel entspricht auch der Adressierung der Karte.  Hier ist zu sehen, dass es sich um einen  gewaltigen Neubau handelt – offenbar mit eigenem Postamt -, der die Firma bald in den Ruin getrieben hat. Ich denke, es war nicht das teure Hobby von Herrn Reuter …

      Auch hier meinen Dank! Natürlich habe ich den „Nordwolle-Haus“ Stempel wahrgenommen, habe mir aber über den Hintergrund keine großen Gedanken gemacht. Nun hat meine Karte einen zusätzlichen historischen Aspekt!

      Eine ähnliche Karte kann ich noch zeigen. Hier im Bordpostamt des Luftschiffes zur Etappe Recife-Lakehurst aufgegeben. Anschließend in Lakehurst mit der amerikanischen Sondermarke versehen und zur Enddestination Friedrichshafen befördert. Schön, hier neben den Rhombenstempel Typ I auch den kleinen „Roundtrip“ Stempel auf der Karte zu sehen. Ich denke Schönherr hatte hier seine helfende Hand im Spiel und wird wohl auf Kundenwünsche eingegangen sein.

      Gruß Klaus

       

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    • hankams
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      Dear friends of the Zeppelin Mischfrankaturen,
      A third piece that I can share with you is probably quite rare but also a clear fabrication. It has been produced for his own collection (or that of his wife) by Balloningeneur Ludwig Knorr, the author I think of many a card from the LZ127 to his own family. This one is from the SAF. On one side we find 2 times 2RM with real Bordstempel 22nd May (the day when they crossed the Equator, and Lady Hay Drummond-Hay wrote her cards), for the Friedrichshafen – Lakehurst leg, cancelled in Recife 23/5, on the other side the $1,30 plus unnecessary 5c, for the second leg, cancelled at Lakehurst 2/6. It has the one way American cachet, while it should have been the one with the complete triangle, of course. Not a very pretty card, and a complete fabrication by a crew member, but I still like it.

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    • aviator
      Teilnehmer
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      Hallo Klaus,

      Danke für die beiden schönen Beispiele an Schweizer Mischfrankaturen!

      Die Schweizer haben Mischfrankaturen noch längere Zeit akzeptiert. Vielleicht waren die durch die Belege der Bodenseeschiffspost schon etwas daran gewöhnt. Auf jeden Fall waren die wesentlich toleranter als heute!

      Ein ähnliches Beispiel wie es Alfred bei seiner SAF 1930 gezeigt hat, habe ich zur Fahrt Vaduz-Lausanne. Da nehme ich auch an, dass der Absender nicht wusste, dass für die Weiterbeförderung ins Ausland nichts extra zu entrichten ist. Bei Alfred war die Zusatzfrankatur ja leider nicht gestempelt, hier haben die Schweizer aber nichts dagegen gehabt. Wurde für die Weiterleitung ohne Probleme abgestempelt.

      Grüße,

      aviator

       

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    • alfred
      Teilnehmer
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      Hallo zusammen,


      @klaus
      :

      Vielen Dank für die Korrektur! Da war ich mit mit meiner Beschreibung ein wenig zu schnell!

      Nein, keine Korrektur: vom Ankunftstempel (dem kleinen Wurststempel) ist tatsächlich nur mit viel gutem Willen ein Schatten zu sehen. Aber – wie wir wissen – es muss der 23. Mai sein, weil das aufgrund der Adresse unserer gefundenen Regel zu Belegen der „ersten“ und „zweiten Landung“ entspricht. Ein weiteres von uns gemeinsam gefundenes Indiz: die Karte zeigt statt des normalerweise zur Entwertung verwendeten Sonderstempels (der ist nur rückseitig zu sehen) den normalen Condor-Stempel mit Datum 26. Mai. Demzufolge wurde sie nicht beim Condor-„Sonderpostamt“ am Landeplatz in Jiquiá aufgeliefert, wo der Sonderstempel zur Verfügung stand sondern bei der Condor-Agentur in der Stadt Recife (Herm. Stoltz & Cia., Rua Marquez Olinda N. 55)


      @hankams
      :

      I have seen several of these Sonntag pieces in auctions, not only of the SAF but also later flights, between DR and Colombia, typically via Rio and Baranquilla. 

      Ja, Scadta-Mischfrankaturen sind ein interessantes Sammelgebiet. Eigentlich waren sie als Frankatur für die Flugpost-Weiterbeförderung in Kolumbien schon ab Ende 1927 nicht mehr erforderlich, aber sie wurde auch weiterhin sowohl von der deutschen Reichspost als auch von der kolumbianischen  Post geduldet. Das galt nicht nur für die Zeppelinpost wie bei dem von dir gezeigten Brief (der zahlreiche mehr oder minder ähnliche „Geschwister“ hat …) sondern auch für sonstige Flugpost. In der nächsten Felzmann-Auktion werden zahlreiche Belege angeboten. Falls dir der Katalog nicht vorliegt: bei Philasearch findest du die Lose der Felzmann-Auktion vom 3.-7. November mit der Volltext-Suchfunktion „Scadta“

      Wobei diese Auktion mit einem Schwerpunkt bei der Pionierpost und den dazu gehörigen Memorabilien auch für uns „SAF-1930-Sammler“ durchaus interessant ist. Wenn du per Volltextsuche nach “Zeppelinpost” suchst, beginnt die SAF 1930 auf Seite 7.

      (Anmerkung für unsere Administratoren: ich habe mehrfach vergeblich versucht, in diesen Beitrag zwei Links zu Philasearch einzusetzen, was dazu führte, dass der Beitrag ohne Fehlermeldung nicht übergeben werden konnte)

      On one side we find 2 times 2RM with real Bordstempel 22nd May (the day when they crossed the Equator, and Lady Hay Drummond-Hay wrote her cards), for the Friedrichshafen – Lakehurst leg, cancelled in Recife 23/5, on the other side the $1,30 plus unnecessary 5c, for the second leg, cancelled at Lakehurst 2/6. It has the one way American cachet, while it should have been the one with the complete triangle, of course. Not a very pretty card, and a complete fabrication by a crew member, but I still like it.

      Ja und nein: deine Beschreibung des Belegs ist in allen Details korrekt. Ich sehe es so, dass Ludwig Knorr zwei Auflieferungen auf einem (Wende-) Brief fabrizieren wollte. Als ersten einen deutschen Bordpostbrief, den er am 22. Mai dem Bordpostamt übergab – bzw. dort stempeln ließ und gleich wieder bis zur Landung in Recife in die Tasche steckte. Dort ließ er sich den anlassbezogenen Sonderstempel der Condor-Agentur in Recife als – ungewöhnlichen – Ankunftstempel zufügen. Der erste Brief war fertig und kam wieder in die Tasche …

      Während des Aufenthalts in Lakehurst erwarb er ein paar amerikanische Flugpost-Marken, um sie für seine Gruß- und Andenkenpost nach Hause zu benutzen. Dafür verwendete er unter anderem auch die Rückseite deines Briefs, den er mit der $ 1.30 Sondermarke für die Heimfahrt des Luftschiffs von Lakehurst nach Friedrichshafen frei machte. Dazu stimmt auch der Rhombenstempel Type II. Vielleicht war er der Meinung, er müsse bei seinem fingierten Brief auch den Transport zum Luftschiff frankieren, was nur nötig gewesen wäre, wenn der Brief zunächst zum Airbase-Postamt Lakehurst hätte befördert werden müssen. Wie ein paar Tage vorher steckte er seinen Brief wieder ein, vergaß dann aber leider, ihn nach der Ankunft in Friedrichshafen am 6.6.30 noch einmal abstempeln zu lassen.

      Ja, ich verstehe, dass du ihn trotz der Einschränkungen „likest“, empfehle aber, ihn wegen der Stockflecken auf der „Heimfahrt-Seite“ in Quarantäne zu halten.

      Wie schon ein paar Mal vorher kann ich auch zum Thema Knorr-Fabrikate etwas beisteuern: anliegend schickt er eine Bordpostkarte an seine Tochter die er erst am 5. Juni bei Bordpostamt ablieferte. Da man sich an diesem Tag schon in bzw. über Europa befand, hätte 1 RM als Frankatur ausgereicht. Es gibt aber auch viele Indizien, dass beim Bordpostamt während der Heimfahrt nach dem 3.6. eingelieferte Poststücke nicht umgehend bearbeitet wurden sondern bis zum 5.6. liegenblieben.

      Viele Grüße, Alfred

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    • hankams
      Teilnehmer
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      Dear Mischfrankaturistas,

      The prefinal piece I want to share with you here has puzzled me for some time, but I have the following scenario. See both Anhänge.

      Cuban businessman and stamp collector mr Maciá was in Europe in early May 1930, doing business from his hotel in Carlsbad (Chec). He had learned about the SAF when still at home and made himself the envelop in Anh.1. He managed to get it on board on 18 May, with the intention that it would be dropped off in Brazil (the 4RM)  and then sent to Habana by airmail (whence the Cuban airmail stamp) or dropped off in Cuba (but why the stamp then?). The board post office had no clue what to do with this, and kept it until Sevilla, where it got a board cancel (4th June) and then the 5th June Sevilla cancel. From there it probably was returned to Cuba. There is a vague fragment of a cancel on both stamps which seems to be neither a Sevilla nor Habana cancel that I am familiar with.

      This is my guess, but I am completely open to any better explanation, including it being a complete fake, in which case I have lost some €€ (I was the only bidder if I remember well) and an illusion, but then it was a nice fantasy as long as it lasted.

      And Alfred, following your suggestion I have put an extra plastic cover around the Knorr card; I just read a story about him being one of the victims of the Hindenburg disaster of May 1937, helas.

      Mit herzliche Grüße,

      Dik

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    • klaus
      Teilnehmer
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      Hallo Dik,


      @hankams

      This is my guess, but I am completely open to any better explanation, including it being a complete fake, in which case I have lost some €€ (I was the only bidder if I remember well) and an illusion, but then it was a nice fantasy as long as it lasted.

      Also eine komplette Fälschung ist dein Beleg sicher nicht. Ich gehe davon aus, dein Brief wurde im Bordpostamt des Luftschiffes am 4.6.30 aufgegeben und zur 2. Landung Sevilla befördert. Auch der Ankunftstempel aus Sevilla vom 5.6.30 passt hier dazu.

      Alfred und ich haben uns vor einiger Zeit mit den verschiedenen Stempeldaten der 2. Landung Sevilla auseinandergesetzt. Der 5.6.30 tritt immer dann auf, wenn Post von Sevilla weitergeleitet wurde. Der seltene Stempel 6.6.30 wurde verwendet wenn die Post im näheren Umkreis Sevillas zugestellt wurde. Der späte Abschlag vom 7.6.30 kommt nur bei Post mit Verbindung zur BKM Agentur vor. Scheinbar verzögerte sich hier die Weiterleitung. Somit ist dein Datum vom 5.6.30 für die Weiterleitung nach Carlsbad passend.

      Eine andere Sache ist natürlich die Havanna Marke. Da Havanna nicht überflogen wurde und somit auch kein Postaustausch stattfinden konnte, ist die Frankatur für den Zeppelin Transfer ohne Bedeutung. Ich denke, die Marke war Blanko schon vorher auf dem Umschlag. Vermutlich als kleines „Gimmick“ für die Herkunft aus Kuba. Das nötige Porto wurde später per Sondermarke nachfrankiert und der Brief wurde auch befördert. Vermutlich wurde das Stück per Händler oder Besatzungsmitglied zur Abwicklung zum Bordpostamt mitgegeben. Ein Passagier mit Namen Maciá ist mir nicht bekannt.


      @hankams

      There is a vague fragment of a cancel on both stamps which seems to be neither a Sevilla nor Habana cancel that I am familiar with.

      Schau dir den Abschlag mal genauer an! Da der Ankunftsstempel in Sevilla gern etwas „großzügig“ mit Tinte versehen war, ist ein Abklatsch (also spiegelverkehrt) sehr wahrscheinlich! Siehe hier:

      Hoffe meine Ausführungen waren verständlich, gerne würde ich auch weitere Meinungen hören!

      Viele Grüße Klaus

    • hankams
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      Ah, Klaus, brilliant. Only a real Zeppelin detective would come up with the mirror solution. Indeed, the ink is thick on my cancel, so it was even thicker on the piece that went before. Great. Now I like the letter even more, although, unfortunately, mr. Maciá’s firm seems to be long gone from Habana. And the 5th June vs 6th June dates are confirmed by the few pieces that I have that were off loaded in Sevilla on the Heimfahrt.

      If there are other analyses, I would of course be very happy to hear them, but I can settle for this one.

      Grüsse,

      Dik

    • hankams
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      Dear Mischfrankaturistas,

      The last piece I have to offer in this section is a SAF card from Halle to Habana. There will be more of these, I presume, but they will not all be directed to Cerro, then outside of Habana, now a suburb of the capital. It went to a local post office, which charged a Cuban 1 centavo ‚to pay‘, which so far I have not seen on other pieces, making it into a real, probably unexpected Mischfrankatur.

      Furthermore: Klaus, could I use your expertely crafted picture with the reversed detail of the Sevilla cancel inserted in the backside of my previous example in my article, of course owing up to the fact that it is not my creation …?

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    • hankams
      Teilnehmer
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      By the way: could a native speaker of German read the text on the card in the Anhänge of the above contribution? Much obliged …

    • klaus
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      Hallo Dik, Hallo Zeppelinfreunde,

      The last piece I have to offer in this section is a SAF card from Halle to Habana. There will be more of these, I presume, but they will not all be directed to Cerro, then outside of Habana, now a suburb of the capital. It went to a local post office, which charged a Cuban 1 centavo ‚to pay‘, which so far I have not seen on other pieces, making it into a real, probably unexpected Mischfrankatur.

      Ich denke die 1 Centavo Marke wurde erst nachträglich hinzugefügt und entwertet. Ich kann das Stempeldatum nur erahnen (13. Juni 1930 ?). Der Ersteller wollte vermutlich auf diesem Wege eine beliebte Mehrfachfrankatur „erschaffen“. Notwendig war die Frankatur jedenfalls nicht, die Weiterleitung zum Bestimmungsort war im Porto immer inbegriffen (beispielsweise auch Rücktransfer nach Europa).

      Beim Text der Karte kann ich dir nicht helfen. Ein schöne Handschrift hatte der Herr jedenfalls nicht. Vielleicht kann ein Spezialist hier im Forum helfen?

      Natürlich kannst du meine kleines „Spiegel Experiment“ verwenden!

      Gruß Klaus

    • aviator
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      Hallo,

      Eine passende Karte Mischfrankatur zur SAF 1930, die in meiner Sammlung allerdings unter Besatzungspost von Wittemann zu finden ist. Das besonders Gute an der Karte ist die Größe. Schön „klein“ und passt damit auch ins Album.

      aviator

       

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    • aviator
      Teilnehmer
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      Hallo,

      Ein passender Brief Mischfrankatur zur SAF 1930, der in meiner Sammlung allerdings unter Doppelbeförderung zu finden ist.

      aviator

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    • aviator
      Teilnehmer
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      Noch ein passender Brief Mischfrankatur zur SAF 1930, der in meiner Sammlung auch unter Doppelbeförderung zu finden ist. Von diesem gibt es zwei unterschiedliche Arten. Mit und ohne Amerikanische Zusatzfrankatur. Der hier ist mit Amerikanischer Zusatzfrankatur. Die Losbeschreibung ist schon etwas älter und inzwischen habe ich 21 dieser Belege (mit Amerikanischer Zusatzfrankatur) registriert.

      aviator

       

       

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    • aviator
      Teilnehmer
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      Noch ein passender Brief Mischfrankatur zur SAF 1930, der in meiner Sammlung auch unter Doppelbeförderung zu finden ist. Meist mit der 4 RM frankiert, aber es wurden auch einige Belege mit 2x 2 RM frankiert, so wie in der Losbeschreibung zu lesen.

      aviator

       

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    • aviator
      Teilnehmer
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      Eine Karte mit Mischfrankatur Liechtenstein/DR zur SAF 1930 aus meiner Sammlung. Da eine Mischfrankatur nicht mehr nötig war, also eine „gemachte Sammler Karte“, die sich aber offensichtlich sehr großer Beliebtheit erfreuen, was an den Zuschlagpreisen der wenigen Stücke ersichtlich ist. Persönlich habe ich keine Probleme mit „Sammler Belegen“ und nehme die entsprechend mit in meine Sammlung auf.

      aviator

       

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    • aviator
      Teilnehmer
      Beitragsanzahl: 422

      Eine andere Karte mit Mischfrankatur Liechtenstein/Condor zur SAF 1930 aus meiner Sammlung. Ohne Zweifel auch hier wieder ein „Sammler Beleg“, wobei die Condor Frankatur aber gebraucht wurde. An den Kartenrändern etwas „fusselig“, handelt es sich hier um handgeschöpften Karton.

      Grüße,

      aviator

       

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    • alfred
      Teilnehmer
      Beitragsanzahl: 126

      Hallo zusammen,

      ein mir seit langem gut bekannter Zeppelinpost-Sammler hat mir auf meine Frage, was er denn besonders sucht, folgendes geantwortet: „alles, was nicht in den Katalogen steht“.

      Bis zu einem gewissen Grad geht es mir da mit meiner SAF-1930-Sammlung ähnlich: auch wenn mir klar ist, dass nicht jede kreative Idee der Händler und Sammler der 1930er Jahre bezüglich besonderer Frankaturen und Laufwege wichtig genug ist, in einen Katalog aufgenommen zu werden, versuche ich doch, auch solche „Besonderheiten“ zu zeigen, auch wenn mir bewusst ist, dass sie postgeschichtlich nicht relevant sind.

      Erfreulich zurückhaltend und sachlich hat ein Vorbesitzer meiner „Doppelbeförderung“ den Brief beschrieben – es gibt da durchaus auch Sammler, die bei solchen Belegen die große Seltenheit erwähnen oder sogar von „Unikaten“ sprechen …

      Wie auch immer: es war logistisch gar nicht so einfach, den Brief von Zürich aus rechtzeitig nach New York zu bringen, um ihn zum zweiten Mal per Luftschiff befördern zu lassen.

      Viele Grüße, Alfred

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    • alfred
      Teilnehmer
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      Hallo zusammen,

      einen besonderen „Trick“ mit Mischfrankaturen wollte ich gerne hier thematisieren: da bekanntlich Anfang der 1930er Jahre noch keine Einschreibesendungen per Luftschiff befördert werden durften, fehlten häufig Ankunftstempel des Zielorts der Sendungen – die Beförderungsdauer per Luftschiff war zwar bekannt, nicht aber die Dauer der terrestrischen Weiterbeförderung. Insbesondere bei nach USA adressierten Sendungen wurde daher gerne – auf Briefen meist rückseitig – eine amerikanische Marke zusätzlich frankiert, in der Erwartung, dass sie am Bestimmungsort entwertet wurde.

      Einen solchen Beleg habe ich herausgesucht, für den ich schon einmal ein bemerkenswertes Feedback erhalten habe.

      Schon in meinem ersten Beitrag in diesem Thread habe ich an das leider wohl für immer verschwundene Forum „eZEPtalk“ der Zeppelin Study Group erinnert.

      Als ich dort den anliegenden per NYRBA  weiter beförderten Brief dort vorstellte, erhielt ich von meinem leider nur im Netz bekannten Freund @Saintex folgenden ausführlichen Kommentar, den ich seinerzeit zum Glück gespeichert habe:

      Hallo Alfred,

      eine grundsätzliche Bemerkung vorweg: Ich gehöre ebenfalls zu den in Deinem ersten Beitrag in diesem Thread so genannten „Puristen“, also den Sammlern, die primär Bedarfsbelege mit möglichst portogerechter Frankatur für sammelwürdig halten. Als Mischfrankaturen anzuerkennen sind für mich danach nur solche Fälle, in denen die Verwendung von Briefmarken verschiedener Staaten zur Vorauszahlung des Portos für die Beförderung des Luftpostbriefes vom Absender zu dem von diesem auf dem Briefumschlag angegebenen Empfänger aufgrund postalischer Vorschriften vorgeschrieben war oder in der postalischen Praxis zumindest geduldet wurde (z.B. Luxemburg im Zeitraum 1929 bis April 1939). Dass es sich bei dem von Dir gezeigten Beleg um eine Wiederaufgabe des Empfängers handelt, nachdem diesem der Brief in Recife zugestellt worden war, hast Du in Deinem letzten Beitrag ja selber eingeräumt. Aber in einem anderen Punkt hast Du natürlich absolut Recht. Was sammelwürdig ist und was nicht, entscheidet jeder Sammler selber und hier verbietet sich in diesem Forum jede schulmeisterliche Bevormundung.

      Trotzdem muss ich gestehen (aber bitte denunziere mich nicht bei anderen „Puristen“), dass Dein Beleg meinen detektivischen Spürsinn geweckt hat. Obwohl ich seit Jahren brasilianische Luftpost aus den 1920er und 1930er Jahren sammle, ist auch mir der Stempel „Wallace Ingham“ bislang noch nicht untergekommen. Dieser Stempel ist nicht nur dem Stempel der Condor-Agentur sondern ebenfalls dem Agentur-Stempel der französischen Konkurrenz, der Aeropostale nachempfunden, wie er 1930 in Recife Verwendung fand.

      Ich habe insoweit einmal in meiner aerophilatelistischen Literatur recherchiert und bin hier in der im Jahre 1991 in den USA erschienenen Monographie zu den Erstflügen der NYRBA-Linie von Julius Grigore, Jr. [1] fündig geworden. Auf Seite 98 beschreibt der Autor einen am 20.2.1930 in Recife aufgegebenen und nach New York adressierten Erstflugbrief, der auf der Rückseite ebenfalls den „Wallace Ingham“ Stempel trägt. Weiter berichtet der Autor a.a.O., dass er wegen dieses Stempels Kontakt zu einem ausgewiesenen Spezialisten der brasilianischen Luftpost, Mr. William V. Kriebel [2] aufgenommen hat. Nach Ansicht von Mr. Kriebel handelte es sich bei Mr. Wallace Ingham um einen in Recife ansässigen Spediteur (forwarding agent), der die Erstflugbelege für die NYRBA-Linie besorgte. Der Stempel „Wallace Ingham“ sei privaten Ursprungs und sei nach Angaben von Mr. Kriebel bislang nur auf Erstflugbriefen der NYRBA, die in Recife aufgegeben wurden, aufgetaucht. Danach scheint zwischen Mr. Wallace Ingham und der NYRBA eine ähnliche „Symbiose“ bestanden zu haben wie zwischen der Zeppelin Reederei, der Firma Sieger und dem brasilianischen Handelshaus Hermann Stoltz & Co.

      So, nun hätte sich jeder „Nicht-Purist“ mit diesem Ergebnis zufrieden gegeben und hätte sich aus seiner Sicht wichtigeren Dingen zugewendet. Nicht so der „Purist“. Nun war er als Speerspitze der „wahren“ Aerophilatelie gefordert weiter zu forschen!

      Das brasilianische Justizministerium hatte vor einiger Zeit das brasilianische Diario Oficial (D.O.), das ungefähr dem deutschen Bundesanzeiger und dem französischen Journal Officiel entspricht, online gestellt [3]. Da habe ich mal nach Mr. Wallace Ingham recherchiert und bin insgesamt im Zeitraum 1926 bis 1966 sechsmal fündig geworden. Im D.O. vom 12.1.1926 wird auf Seite 710 bekannt gemacht, dass Mr. Wallace Ingham zum britischen Honorarkonsul in Recife ernannt worden ist, eine Ehre, die normalerweise nur erfolgreichen Geschäftsleuten zuteilwurde. Weniger Glück hatte Mr. Ingham im Jahre 1944. Durch zwei im D.O. von Januar und Februar 1944 veröffentlichte und vom damaligen brasilianischen Präsidenten Getulio Vargas unterzeichnete Dekrete wurde Mr. Ingham als Eigentümer verschiedener Grundstücke enteignet, derer der brasilianische Staat zur Errichtung militärisch „wertvoller“ Anlagen bedurfte. Die letzte Veröffentlichung erfolgte im D.O. Anfang Mai 1966 und betraf eine Änderung der Eintragung der Firma Wallace Ingham im Handelsregister in der Abteilung Tourismus und Verkehr.

      Zu Deinen Fragen im Übrigen:

      Bei den aufgeklebten Luftpostmarken in Höhe von insgesamt 3000 Reis handelt es sich nicht um private sondern um staatliche Marken (Brasilien Mi.-Nr. 280 und 283). Das UPA-Porto für Briefe betrug im Mai 1930 300 Reis [4]. Am Luftpostporto habe ich mir dann aber vergeblich die Zähne ausgebissen. Ich bin mir zwar sicher, dass die 3000 Reis den Luftpostzuschlag für die Beförderung eines Briefes bis 5 Gramm von Brasilien in die USA abdecken. Zum einen ist dies genau die Portostufe der von der brasilianischen Postverwaltung zur Eröffnung der NYRBA-Linie im Februar 1930 emittierten Luftpostmarke (Brasilien Mi.-Nr. 337). Zum anderen sind auch die meisten der bei Grigore a.a.O. [1] abgebildeten brasilianischen Erstflugbelege in die USA mit 300 Reis für das UPA-Briefporto [5] und 3000 Reis Luftpostmarken frankiert. Aber eine zuverlässige Quelle [6], die diese Vermutung bestätigt, konnte ich zumindest in meiner Bibliothek nicht finden.

      Abschließend noch eine Anmerkung zu der rückseitig aufgeklebten 2-cent Marke. Darauf, dass diese keinem postalischen Bedürfnis entsprach, hatte @Zeppelin (-> Dieter Leder) bereits hingewiesen. Nach meiner Kenntnis erhielten nicht eingeschriebene Lp.-Briefe in den USA in den 1930er Jahren keinen Ankunftsstempel mehr. Darüber hinaus berichtet Grigore a.a.O [1], dass die NYRBA die südamerikanische Post ohne gültigen Postvertrag mit der US-amerikanischen Postbehörde in die USA eingeführt hatte und es deshalb Streit zwischen der NYRBA und den Behörden gab. Aufgrund dieses „unlawful entry“ sei auch beim Erstflug im Februar 1930 von den Postbehörden bewusst auf den Luftpostbriefen kein Ankunftsstempel angebracht worden. Ich vermute daher, dass die 2-cent Marke dem Zweck diente, diese Praxis zu umgehen und so doch an einen Ankunftsstempel heranzukommen, was ja auch geklappt hat. 

      Quellen:

      [1] Julius Grigore Jr., NYRBA’s Triple Crash and Outlaw Flight Covers and Postal Markings, Venice/USA 1991

      [2] William Kriebel hat selber eine Monographie zur brasilianischen Luftpost verfasst, die von der American Air Mail Society im Jahre 1996 unter dem Titel „Correio Aereo – A History of the Development of Air mail Service in Brazil“ herausgegeben wurde. Es handelt sich also bei William Kriebel um einen echten „bigwig“ der brasilianischen Aerophilatelie.

      [3] http://www.jusbrasil.com.br/diarios

      [4] Luiz A. Duff Azevedo, Historia Postal dos Selos Comemorativos no Brasil 1900 a 1942, Sao Paulo 2007 Seite 113 

      [5] Luiz A. Duff Azevedo a.a.O. Seite 111
      [6] Die Betonung liegt hier auf zuverlässig. Die Publikation von Mario D. Kurchan, Los secretos de las Rutas y Tarifas Aereas en Sudamerica 1928-1941, Buenos Aires 2001 enthält zwar auf den Seiten 47 und 48 Angaben zu den brasilianischen Luftpostzuschlägen für Luftpost in die USA im Jahre 1930, aber ich habe hier so meine Bedenken hinsichtlich der Zuverlässigkeit dieser Angaben.

      An einem der nächsten Tage Ende 2011 kam folgende Ergänzung:

      Hallo Alfred,

      wer suchet, der findet!

      Ich bin heute doch noch wegen der brasilianischen Luftpostzuschläge für Luftpost der NYRBA-Linie fündig geworden. Im Diario Official vom 7.2.1930 Seite 2791 u. 2792 sind sowohl die innerbrasilianischen Luftpostzuschläge als auch die Zuschläge für Luftpost in die USA veröffentlicht. Der Luftpostzuschlag betrug für Briefe und Postkarten wie vermutet
      3000 Reis, allerdings nicht pro 5 Gramm sondern pro 20 Gramm. Dieser Luftpostzuschlag galt allerdings nicht nur für die USA sondern für alle außerbrasilianischen Destinationen. Nach Ziff. 4 der dort veröffentlichten Bekanntmachung der Directoria Geral dos Correios war für die Bezahlung des Luftpostzuschlages ausdrücklich die Verwendung der staatlichen Luftpostmarken, im Übrigen die Verwendung von normalen Freimarken (sellos ordinarios) vorgeschrieben. Dein Brief ist danach vom Absender entsprechend den postalischen Bestimmungen frankiert worden.

      Möglicherweise ist für Dich auch noch der Flugplan der NYRBA-Linie von Interesse, der im Diario Official vom 6.6.1930 auf Seite 11732 veröffentlicht ist. Die Linie wurde in Süd- und Nordrichtung einmal wöchentlich beflogen. Die Flugdaten in Nordrichtung lauten auszugsweise wie folgt:

      Abflug Buenos Aires Mittwoch 8.30

      Ankunft Rio de J. Donnerstag 16.45

      Abflug Rio de J. Freitag 7.00

      Ankunft Recife Samstag 11.35

      Abflug Recife Samstag 11.55

      Ankunft Miami/USA Mittwoch 14.45

      Die vorstehenden Zeitangaben beziehen sich auf die jeweilige Ortszeit.

      MfG für 2011

      saintex

      Ein tolles Beispiel, wie hilfsbereit Sammlerfreunde sein können, auch wenn sie eigentlich ganz andere Interessen haben!

      Viele Grüße, Alfred

       

       

       

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