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    • alfred
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        Beitragsanzahl: 126

        Hallo zusammen,

        Gerne möchte ich zu dem wichtigen Thema “Fälschungen zum Schaden von Sammlern” auch etwas beisteuern. Dass Fälschungen in den letzten 20 Jahren immer häufiger geworden sind, ist in erster Linie durch die online-Angebote im Internet verursacht – die dunkle Seite von e-Bay und Konsorten, denen wir andererseits durch die Globalisierung eine riesige Erweiterung des Angebots verdanken. Hinzu kommen die immer raffinierteren Methoden der Bildbearbeitung und der PC-Drucker: häufig kann man einen per Laserdrucker erzeugten Stempel kaum mehr von einem echten unterscheiden.

        Mein Beispiel ist einfacher. Für meine Sammlung “Zeppelinpost der Südamerikafahrt 1930” suche ich sehr gerne “Besonderheiten” – am liebsten solche Belege, die noch nicht in den Katalogen beschrieben sind. So kennt z.B. erstmals der neue Michel-Katalog aus Argentinien nach Recife zugeleitete Post ohne Zeppelinmarken  und bewertet sie hoch. Z.B. 66 F)h. “Post mit Normalfrankatur, ohne Zeppelinmarken”(Etappe Recife-Lakehurst).

        Als ich den Brief vor einigen Jahren kaufte, war er noch mit “Sieger unbekannt” beschrieben.

        Ohne dass ich die Marken abgelöst habe (die Frankatur von 1,80 Pesos würde zu einem 10-Gramm-Brief passen), bin ich überzeugt, dass man einen vermutlich verdorbenen echten Brief, bei dem vielleicht die Sondermarken abgelöst worden waren, mit den billigen 10-Centavos-Marken flächendeckend überklebt hat und irgendwie eine Entwertung angedeutet hat.

        Viele Grüße. Alfred

         

         

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      • aviator
        Teilnehmer
          Beitragsanzahl: 468

          Sollte sich beim Durchleuchten eigentlich noch feststellen lassen, ob da mal was “abgelöst” wurde. Die (Wasser)Ränder sollten von innen eigentlich noch zu sehen sein.

          Grüße,

          aviator

           

        • klaus
          Teilnehmer
            Beitragsanzahl: 165

            Hallo Alfred,

            Mein Beispiel ist einfacher. Für meine Sammlung „Zeppelinpost der Südamerikafahrt 1930“ suche ich sehr gerne „Besonderheiten“ – am liebsten solche Belege, die noch nicht in den Katalogen beschrieben sind.

            Ja, das geht mir auch so. Leider ist die Sache auch gefährlich. Schließlich gibt es gewisse “Eigenheiten”  aus gutem Grunde nicht so häufig. Richtig gemein wird es, wenn echte Stücke teilweise auch mit echten Marken manipuliert und verfälscht werden!

            Ohne dass ich die Marken abgelöst habe (die Frankatur von 1,80 Pesos würde zu einem 10-Gramm-Brief passen), bin ich überzeugt, dass man einen vermutlich verdorbenen echten Brief, bei dem vielleicht die Sondermarken abgelöst worden waren, mit den billigen 10-Centavos-Marken flächendeckend überklebt hat und irgendwie eine Entwertung angedeutet hat.

            Ja, da stimme ich dir zu. Ein echter Beleg, bei dem die ursprüngliche Frankatur abgelöst wurde, wurde mit Hilfe eines Bogenteiles neu “frankiert” und somit eine Besonderheit erschaffen. Der Bogenteil stammt wohl von einem schweren Geschäftsbrief, die Entwertung wurde schlicht übernommen.

            Der Brief weißt Wasserschäden auf, gut zu erkennen an der Verfärbung des violetten Sonderstempel und Wellen auf der Rückseite. Kein einziger Stempelabschlag der Frankatur ist auf dem Brief selbst zu finden. Das Porto ist zu niedrig, eigentlich sollten 3 Peso für die Zeppelinbeförderung und 5 Cent. für das Briefporto erforderlich sein.

            Um letzte Zweifel zu beseitigen, sieht man sich nochmal die Rückseite genauer an. Hier kann man die Abschläge eines Stahlstempels der ursprünglichen Verwendung erkennen. Spielt man ein wenig mit “Paint” herum und stellt die Vorderseite zum Vergleich spiegelnd dar (quasi durchleuchtend), erkennt man, dass an den gezeigten Positionen keinerlei Abschläge auf der Frankatur zu finden sind.

            So jetzt genug Detektiv gespielt! Solche nachträglichen Verfälschungen sind nur schwer zu erkennen, alle Teile sind ja zumindest echt. Wenn man dann voller Euphorie auf ein Los hereinfällt, dass man schon immer gesucht hat ist das nur menschlich.

            Viele Grüße

            Klaus

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