alfred
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    Hallo Klaus, hallo zusammen,

    ich wusste, dass du mich hier nicht im Stich lassen würdest mit meinen merkwürdigen Havanna-Belegen! Natürlich hilft mir deine Edenharter-Karte weiter, auch meine „unentwertete“ besser zu interpretieren:

     

    Ja, Herr Edenharter, Redakteur der Aero-Phil und „Zeppelinspezialist“, hatte wohl bei den geplanten Bordpostabgaben nach Havanna (wie wohl andere Händler auch) wenig Glück. Ähnlich deiner Karte, blieb meiner Luftpost Ganzsache, welches für Havanna vorgesehen war (ebenfalls dick unterstrichen), der Ankunftstempel aus Cuba verwehrt.

    Richtig! Und deine Karte ist der Beleg, dass Herr Edenharter einem Mannschaftsmitglied eine Anzahl von Belegen zur Auflieferung beim Bordpostamt mitgegeben hat. Also handelt es sich auch bei meiner Karte um „echte“ philatelistische Bordpost. Damit ist die Kombination Rhombenstempel – grüner Sonderankunftstempel geklärt!.

    Höchst wahrscheinlich wurde die aus Friedrichshafen, Sevilla und Recife stammende Post, die weiterbefördert werden sollte,  unter Mitwirkung der Postbeamten aus Lakehurst und einiger (?) Mannschaftsmitglieder im Luftschiff bearbeitet – alle, die den Rhombenstempel noch nicht hatten, erhielten ihn jetzt, die übrigen (in New York aufgelieferten amerikanischen Poststücke) stattdessen den kleinen runden „rund-trip“-Stempel. Diese beiden „Durchgangsstempel“ befanden sich demnach an Bord des Luftschiffs, der grüne Ankunftstempel und der Rhombenstempel Type II im Sonderpostamt auf der Airbase in Lakehurst.

    Klar ist auch, dass die nach Lakehurst bestimmte Bordpost in einem eigenen Arbeitsgang getrennt von den Karten und Briefen in den Lakehurst- und Havanna-Postsäcken bearbeitet wurde. Da man bei diesen Belegen häufig die Nichteinhaltung der Leitwegsvorgabe „Havanna“ findet, wenn die Beförderung dorthin nicht zur Zieladresse passte, ist davon auszugehen, dass diese relativ wenigen Belege genauer angeschaut wurden.

    Auch deine Karte mit dem Bordpoststempel vom 19.5.1930 würde ich aus diesem Grund zur „echten“ Bordpost zählen, auch wenn wir keinen Passagier oder Besatzungsmitglied namens N.Berger kennen. Auch diese Karte wurde wohl von einem Besatzungsmitglied im Auftrag eines Sammlers oder Händlers beim Bordpostamt abgegeben.

    Und dann zeigst du noch so ganz nebenbei schon den nächsten Beleg der Michelnr. 66 I)c. – der bei Michel fast übersehenen Berliner Zuleitung nach Havanna! Aber damit nicht genug, die Karte zeigt auch noch den laut Förster „(selteneren)“ Wellenstempel zusätzlich zum „normalen“ Flugpost-Werbestempel. Da muss man wohl lange nach einem gleich behandelten Beleg suchen …

    Übrigens: die Suche nach einem über 10 Gramm schweren  Brief nach Havanna – Förster schreibt zu den Frankaturen 20.000 Reis ZP3 und ZP6 „um Vorlage wird gebeten“ – hat sich zumindest für die 20-Milreis-Marke mit USA-Aufdruck (ZP6) erledigt: wir haben sie gefunden und im Michel hat sie daher eine „Hausnummer“ 66 I b)c.

    Mein anliegender Brief zeigt rückseitig ebenfalls die beiden Stempel, diesmal aber mit der gleichen Uhrzeit.

    Viele Grüße, Alfred

    • Diese Antwort wurde geändert vor 3 Jahren, 8 Monaten von alfred.
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