Mein Lieblingsbeleg
Axel Frauenrath – Kurzversion
Mit der fliegenden Zigarre von Kuba nach Irland

Aber es war wie von meinem Vater gepredigt: Qualität und Seltenheit haben ihren Preis – und ich ging mit meinen vorsichtigen Geboten eines Auktionsneulings – leer aus.
Im Dezember 2008 schlug meine Stunde beim Dubliner Auktionshaus von David MacDonnell: Mit viel Glück wollten sich die Mitbieter nicht auf eine größere Auseinandersetzung einlassen und der Zuschlag raubte nur meinem Geldbeutel den Atem. So fand diese Seltenheit den Weg in eine stetig wachsende Sammlung von Zeppelinpostbesonderheiten. Ja, es war wie Weihnachten.
Privat-Einschreiben zur Rückfahrt der 9. Nordamerikafahrt 1936 des Luftschiffes Hindenburg (Lakehurst nach Frankfurt) aus Havanna/Kuba nach Belfast, mit 8c und 50c Misch-Frankatur, violettem einstellbarem Stempel für Luftposteinschreiben „SEP 29 1936“ und handschriftlicher Nummerierung durch Postbeamten, beidseitig aufgebrachtem dreizeiligen violetten Kastenstempel für die Transatlantikbeförderung durch das Luftschiff „TRANS – ATLANTIC – BY – „HINDENBURG“ / CORREO AEREO – AIR MAIL – PAR AVION / DE HABANA – CUBA“ und rückseitigem schwarzen Doppelkreis-Ankunftsstempel des neuen und zentraler gelegenen Luftschiffhafens Rhein-Main in Frankfurt – „3.10.36 -18“ vom Typ „a“.
Während Zeppelinpost als Vertragsstaatenpost meist aus philatelistischem Interesse erstellt wurde, sind Belege nach Nordirland sehr selten und in der Regel Firmenpost. Es ist einer von nur zwei bekannten Zeppelinbelegen aus Kuba auf die grüne Insel. Während der zweite Brief vom Mai 1937 offiziell im Siegerkatalog als Destination gelistet ist, ist das abgebildete Unikat bislang nicht registriert. Neben den regulären Zulieferungen sind zu dieser Fahrt 1936 nur Belege aus den USA sowie El Salvador, Guatemala und Niederländisch-Indien katalogisiert. – Somit stellt dieser Kuba-Beleg nach Nordirland, zumal als private Bedarfspost, eine absolute Rarität der späten Zeppelinfahrten dar.
